Demirovic, Mittelstädt, Undav: VfB fegt Leverkusen aus der MHP Arena
Ein Spiel, das über die Champions League entscheidet: Der VfB Stuttgart dreht einen frühen Rückstand gegen Bayer 04 Leverkusen und gewinnt am 33. Spieltag hochverdient mit 3:1 (2:1) – und hält das Ticket für die Königsklasse fest in der eigenen Hand.
Ein Spiel, das über die Champions League entscheidet: Der VfB Stuttgart dreht einen frühen Rückstand gegen Bayer 04 Leverkusen und gewinnt am 33. Spieltag hochverdient mit 3:1 (2:1) – und hält das Ticket für die Königsklasse fest in der eigenen Hand.
34 Sekunden reichen Leverkusen – der VfB antwortete sofort
Es dauerte gerade einmal 34 Sekunden, da brannte es im Stuttgarter Tor. Ibrahim Maza spitzelte Ramon Hendriks im Mittelfeld den Ball vom Fuß, Christian Kofane dribbelte zielstrebig in den Strafraum und legte im perfekten Moment auf Aleix García ab – der ließ Alexander Nübel keine Chance. Die MHP Arena schwieg. Für einen Moment.
Doch der VfB ließ sich nicht schocken, sondern anstacheln. Bereits in der 5. Minute schlug Ermedin Demirovic zurück: Über einen Doppelpass mit Nikolas Nartey kam der Bosnier in Position und traf trocken ins lange Eck. Die 60.000 Zuschauer in der MHP Arena explodierten – und der VfB übernahm von diesem Moment an die Kontrolle.
Führich und Mittelstädt: Die Flügelzangen drehen auf
Was folgte, war eine Demonstration Stuttgarter Flügelarbeit. Auf der linken Seite war Maximilian Mittelstädt allgegenwärtig – er klärte in der 14. Minute vor Culbreath zur Ecke, wenn Leverkusen über Konter Räume suchte, und setzte sich auch nach vorne immer wieder durch, etwa im direkten Duell mit Aleix García. Mittelstädt ließ sich von der körperlichen Intensität nicht beirren.
Auf der rechten Seite wirbelte Chris Führich im Leverkusener Strafraum und setzte sich dabei gegen Robert Andrich und Jarell Quansah durch – zwei der robustesten Defensivspieler der Werkself. Führich sorgte mit seiner Direktheit für Gefahr und band die Leverkusener Defensive immer wieder. Erst in der Schlussphase kassierte er eine Gelbe Karte, als er bei einem Konter der Gäste eingriff.
Angelo Stiller dirigierte das Stuttgarter Aufbauspiel mit ruhiger Hand aus dem Zentrum. Er verteilte die Bälle, setzte Tempo, zog die Fäden – und war auch unter körperlichem Druck stets ansprechbar. Sogar in der Nachspielzeit, als er mit Krämpfen auf dem Boden lag, blieb er auf dem Feld, weil Hoeneß alle Wechsel aufgebraucht hatte.
Tapsoba, VAR, Panenka – und das verdiente 2:1
Demirovic war in dieser ersten Halbzeit ein ständiger Unruheherd. Er scheiterte mehrfach an Bayer-Keeper Mark Flekken oder an der eigenen Zielgenauigkeit – einmal klärte Edmond Tapsoba in der 24. Minute kurz vor der Linie. Dann, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, riss Tapsoba Demirovic im Strafraum von den Beinen. Der VAR griff ein, Schiedsrichter Robert Schröder zeigte auf den Punkt.
Maximilian Mittelstädt übernahm die Verantwortung – und ließ Flekken mit einem Panenka-Lupfer in die Mitte schlicht keine Chance. Das 2:1 zur Halbzeit war absolut verdient: Der VfB hatte Leverkusen über weite Strecken dominiert, während die Werkself ihr angedachtes Umschaltspiel kaum einbringen konnte.
Ramon Hendriks stabilisierte dabei die VfB-Defensive mit Entschlossenheit. Nach einem frühen Fehler fand der Innenverteidiger schnell in die Partie und bestand seine Zweikämpfe gegen Leverkusens Sturmabteilung – unter anderem verdrängte er Kofane konsequent vom Ball.
Undav macht den Deckel drauf – Stuttgart greift nach der Königsklasse
In der 58. Minute fiel die Entscheidung: Nikolas Nartey eroberte den Ball auf der Mittellinie gegen Patrik Schick, das Leder lief über Demirovic zu Jamie Leweling, der von rechts flankte. Deniz Undav lief am zweiten Pfosten ein und ließ Flekken aus kurzer Distanz keine Chance – 3:1. Es war Undavs 19. Bundesliga-Saisontor.
Leverkusen versuchte durch Einwechslungen noch einmal Druck zu erzeugen, blieb aber weitgehend ungefährlich. Stuttgart verwaltete die Führung souverän. Kurz vor Schluss brach der Frust bei den Gästen heraus – eine Rudelbildung an der Eckfahne, Tiago Tomás und Exequiel Palacios sahen Gelb. Nübel parierte noch einen Grimaldo-Distanzschuss sicher, dann war der Abend der VfB-Fans.
Durch den Sieg verdrängt der VfB die Leverkusener von Tabellenrang vier, der zur Champions-League-Teilnahme berechtigt. Stuttgart (61 Punkte) führt die Tabelle dank besserer Tordifferenz vor der punktgleichen TSG Hoffenheim an. Am letzten Spieltag reist der VfB zu Eintracht Frankfurt – mit dem Ticket für die Königsklasse fest in der eigenen Hand.
„Es war insgesamt zu wenig von uns. Stuttgarts Sieg war verdient."
— Robert Andrich, Kapitän Bayer 04 Leverkusen (Sportschau)
Ein Abend, der in Stuttgart in Erinnerung bleibt: Der VfB hat das letzte Bundesliga-Heimspiel der Saison mit Leidenschaft, Tempo und Qualität gewonnen – und zeigt damit, dass er den großen Schritt zur Königsklasse verdient hat. Am 16. Mai wartet Frankfurt. Der Rest ist Nebensache. — Sportredaktion
Bilder vom Spiel


